In den nach Schließung des Bergbaus verbliebenen zahlreichen untertägigen Hohlräumen
kommt es durch zusetzende sauerstoffhaltige Wässer besonders an sulfidischen Erzen zu
vielfältigen Oxydations- und Lösungsvorgängen. Große Mengen gelöster Schwermetalle
werden von den in Oxidation befindlichen Erzkörpern über Stollnsysteme nach Übertage
verfrachtet.
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| Die Lehrgrube der Bergakademie Freiberg bietet hervorragende Bedingungen für Lehre und Forschung. Bei der Probenahme begegnet man vielen Zeugen der Bergbautechnik vergangener Jahrhunderte (im Bild: Kunstradstube am Davidschacht, 90 m unter Tage) |
Im veränderten geochemischen Milieu fallen sie zusammen mit Eisenhydroxiden
als sogenannter Ocker aus und bilden einen nicht unbedeutenden Teil des
Fließgewässersediments.
Durch Verfolgung des zeitlichen Verlaufs der Schwermetallgehalte in den Stollenwässern sind
Aussagen über die aus den Grubenbereichen aus- und in die Fließgewässer eingetragenen
Mengen und damit über ihre Bedeutung für den Wasser- und Schwermetallhaushalt der
Einzugsgebiete möglich [1].
Eine langfristige und wirksame Veränderung dieser Beeinflussung erfordert allerdings eine
weitere räumliche Auflösung der Schwermetallmobilisierungs- und Fixierungsprozesse. Bei
der Verfolgung der Schwermetallstoffflüsse unter Tage zeichnet ein überaus differenziertes
Bild ab. So macht sich einerseits der unterschiedliche Erzinhalt der einzelnen
Gangformationen sowie der Aufschlußgrad der Erzkörper bemerkbar, andererseits zeigen sich
vielfach Hinweise darauf, daß übertägige Kontaminationsquellen über Klüfte in
Gangausstrichzonen und durch längst vergessene Uraltbergbauschächte zur Belastung der
Grubenwässer beitragen.
An anderen Stellen finden sich große Sinterbildungen, die unter den derzeitigen
geochemischen Bedingungen große Schwermetallmengen wirksam binden.
Untersuchungen unter Tage ermöglichen neben dem Studium der Lösungs- und Fällprozesse
unter extremen Bedingungen Aussagen über eine mögliche "Selbstreinigung" durch natürliche
Fällung. Diese geochemischen Untersuchungen bilden die Vorrausetzungen für die
Entwicklung von Technologien zur "in situ" - Sanierung.
Freiberg mit seiner weiträumigen Lehrgrube bietet als Modellfall für die Erforschung dieser
Zusammenhänge hervorragende Bedingungen [2], [3]. Da die enge Verzahnung von Altbergbau
und übertägigen Industriestandorten bis hin zu sanierungsbedürftigen Altlasten für viele
Bergbaustandorte nicht nur im Erzgebirge sondern in der ganzen Welt typisch ist, ergibt sich
für diese Untersuchungen in Zukunft eine wachsende Bedeutung.
Literatur:
[1] MARTIN, M.; BEUGE, P.: KLUGE, A.: HOPPE, TH.: Grubenwässer des Erzgebirges - Quellen von Schwermetalle in der Elbe.- Spektrum der Wissenschaft, Mai 1994.- S. 102-107.
[2] HAUBRICH, F.: Schwefelisotopengeochemie und Schwermetallführung von Grubenwässern des Raumes Freiberg.- Studienarbeit, Bergakademie Freiberg 1992
[3] MÜLLER, M.: Geochemie von Grubensintern.- Betriebspraktikum.- Bergakad. Freiberg, 1994
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