![]() PD Dr. Ulrich Knittel: Vulkanismus.de Buchbesprechung
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Jugendbücher Teil 1: erstes Lesealter neue Besprechung:
Wissen mit Pfiff: 'Vulkane' Was Kinder erfahren und verstehen wollen Cathy Franco 2000, Fleurus Verlag 7,50 Euro ISBN 3-89717-089-1 |
Dieses Buch wendet sich an sehr junge Leser. In Kästen auf der linken oberen Ecke finden sie die Antworten auf Fragen wie "was ist ein Vulkan?", "Wo entstehen Vulkane?", bzw. zu einzelnen Themen wie "In der Hitze des Gefechts" (Eruptionen), "Lavaströme", "Feuer unter dem Meer", "berühmte Vulkanausbrüche", "Vukanologen", "vulkanische Landschaften" und "nützliche Vulkane". Dies sind auch gleichzeitig die Kapitelüberschriften. Dazu kommen dann Bilder, die zusammen mit den Bilderläuterungen Detailinformationen liefern. Die Bilder sind durchweg 'Gemälde', die zugegebenermaßen meist eine sehr gute Qualität haben (nur selten würde ein Foto wirklich mehr 'bringen'). Insgesamt liefert das Buch so einen ziemlich kompletten Überblick über das Thema, wenngleich die pyroklastischen Gesteine etwas zu kurz kommen. Leider enthält das Buch eine ganze Reihe sachlicher Fehler, die den Wert des Buches schmälern! Dies fängt - wie auch in andern Büchern - gleich bei der Darstellung der Ursachen von Vulkanismus an: Der obere Erdmantel ist durchweg fest (nicht flüssig, S. 6), daher treiben die Platten der Erdkruste auch nicht auf Magmaströmen (S. 8) Lava hat eher eine Temperatur von 1200° als eine von 1400° C (S. 7). Die Exhalationen der Vulkane haben zweifellos zur Bildung der Atmosphäre beigetragen (S. 7), aber die Bildung von Sauerstoff war ein 'Abfallprodukt' der Photosynthese (in einem anderen Buch wird ja deshalb auch immer von giftigen vulkanischen Gasen gesprochen). Vulkanausbrüche die Milliarden Jahre andauern (S. 10) sind nicht bekannt, Vulkane sind nur selten über eine Million Jahre lang aktiv und permanente Tätigkeit über 2000 Jahre (Ätna, Stromboli) ist auch schon die Ausnahme. Der 'berühmte' Ausbruch von Santorin ereignete sich ca 1500 v.Chr. nicht wie angegeben um 186 v. Chr. (S. 18), damals bildete sich vermutlich der Vulcanello. Schließ soll noch darauf hingewiesen werden, dass die Häuser von Kappadozien in Tuff eingemeißelt sind (in Lava wäre das viel zu mühselig; S. 24). Alles in allem, ein ansprechend gemachtes Buch, dass wegen der Fehler seinem Anspruch "was Kinder erfahren und verstehen wollen" nicht ganz gerecht wird.
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Wissen der Welt: 'Vulkane' von Jen Green 2002, arsEdition, München 6,50 Euro ISBN 3-7607-4741-8 Das Buch bestellen! |
Dieses schön gemachte Buch ist für ganz junge Leser gedacht (Angabe des Verlags: "ab 7/8 Jahren für geübte Leser"). Statt der in Büchern meist üblichen Zeichnungen werden weitgehend Fotos verwendet; einige Fotos sind gar spektakulär (z.Bsp. das eines submarinen Ausbruchs, S. 19): Ein erster Pluspunkt. Die Aufmachung ist sehr ansprechend; der Text einfach und weitgehend gut verständlich. Ein kurzes Glossar und ein Index runden das Buch ab: Zweiter Pluspunkt! Es gibt jedoch auch ein paar Minuspunkte: Die Bilder passen oft nicht zum Text - ein Punkt, den ich leider auch in vielen anderen Büchern anmeckern musste! Wenn von explosivem Vulkanismus gesprochen wird (Seite 11) sollten die Bilder auch explosiven Vulkanismus zeigen (z.Bsp. das Bild des Mt. Saint Helens von Seite 8). Auf den Seiten 16/17 wird von Aschenströmen gesprochen - sehr lobenswert, in der Grundvorlesung über Vulkanismus, die ich als Student hörte, kamen die noch nicht vor! - aber auch hier sollten die Bilder von Lavaströmen durch solche von Aschenströmen ersetzt werden! Wir leben in einer durch Bilder geprägten Zeit; die 'falsche' Zuordnung von Bildern und Text könnte bei den jungen Lesern zu falschen Vorstellungen führen. Zweitens enhält der Text wenigstens zwei Fehler: Amero liegt in Kolumbien, und nicht in Peru (S.18). Die Abbildung, die einen Granit darstellen soll, ist zweifelsfrei kein Granit, sondern ein Mandelstein, also ein Basalt mit Achatdrusen [statt über Granit, ein Tiefengestein zu sprechen, sollte doch eher das Wort Basalt (die häufigste Lava) erwähnt werden]. Die Wiederholungen störten mich ebenfalls, sind aber bei jungen Lesern vielleicht ganz angebracht. Bleibt abschließend festzuhalten, dass das Buch erfreulich preiswert ist und sehr gut gedruckt und gebunden ist. Alles in allem: ein guter Einstieg in die Materie, die vielleicht neugierig auf tiefergehende Literatur macht! Und vielleicht wird ja die zweite Auflage noch besser!
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Mein erstes Frage- und Antwortbuch: 'Vulkane' von Michael Röscher 2001, Loewe Verlag 10,00 Euro ISBN 3-7855-3940-1 Das Buch bestellen! |
Dieses Buch setzt - wie dies bei Jugendbüchern (leider) Tradition ist - ganz auf Zeichnungen; diese sind im ersten Teil des Buches allerdings als Schemazeichnungen unverzichtbar und auch von ganz hervorragender Qualität! Der kleine Drache, der die Leser begleitet, lockert das Buch auf sehr nette Weise auf. In der zweiten Buchhälfte, würden jedoch Fotos z.Bsp. Lavatypen (Seite 19), Fumarolen und Schlammtöpfe (Seite 29) oder den Mars-Vulkan Mons Olympus (Seite 39) besser veranschaulichen. Manche Bilder vermitteln aber auch eine falsche Vorstellung von Vulkanausbrüchen, z.Bsp. die riesigen Bomben bei der Illustration der Zerstörung von Pompeji (da sollten sich Illustratoren an Bilder vom Ausbruch des Mount Saint Helens oder des Pinatubo halten!!) Das Buch ist durch Fragen klarer gegliedert, als das oben besprochene Werk, und geht stärker auf die grundlegenden Fragen, wie der nach den Ursachen von Vulkanismus ein. Der gute Eindruck wird aber durch eine Reihe von sachlichen Fehlern getrübt: So wird bei der Frage "Wie entstehen Vulkane?" nur der Mechnismus von Vulkanen an Subduktionszonen erklärt und dies auch noch falsch; in der Regel schmilzt nämlich nicht die abtauchende Platte auf, sondern der Mantelkeil über der abtauchenden Platte, wobei das aus der abtauchenden Platte freigesetzte Wasser den Aufschmelzvorgang einleitet. Hotspots werden erst vier Seiten später erklärt, gehören aber auch zum Thema "Wie entstehen Vulkane?". Weitere Fehler/Ungenauigkeiten: Durch 'Smoker' wird kein Dampf freigesetzt, sondern getrübtes, heisses Wasser. Hotspots liegen nicht "genau in der Mitte" von Platten (Seite 14), sondern sind mehr oder weniger regellos verteilt. Der "Parientin" in Mexiko (Seite 17) heisst in Wirklichkeit "Paricutin". Auch wird bei einem Geysir-Ausbruch kein kaltes Wasser "blitzartig verdampft", sondern es wird nur in die Luft geschleudert. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Buch erfreulich preiswert ist und gut gedruckt und gebunden ist. Alles in allem: ein gutes Konzept für einen ersten Einstieg in die Materie. Die vielen sachlichen Fehler und Ungenauigkeiten trüben jedoch den Gesamteindruck ganz erheblich! Eine verbesserte zweite Auflage wäre daher sehr wünschenwert! Dr. Ulrich Knittel |